Altenerding – Nicht einmal eine Woche lag der Altenerdinger Maibaum im vermeintlich sicheren Festzelt am Sepp-Brenninger-Stadion, da wurde er in der Nacht auf Freitag schon gestohlen. Mitglieder des Burschenvereins Finsing schlugen mit rund 40 Mann zu.
Warum ausgerechnet Altenerding das Ziel der Aktion war, liegt für die Finsinger, die als routinierte Maibaumdiebe im Landkreis gelten, auf der Hand: „Altenerding war am nächsten,und da haben wir uns
gedacht, wir probieren es einfach mal“, berichtet Vorsitzender Antonio Kreuzer. Auch die gute Erreichbarkeit über die B388 machte den Baum zu einem lohnenden Ziel.
Nach acht Jahren war es offenbar wieder an der Zeit, den Altenerdingern einzuheizen. „Damals hatten die Moosinninger Torpedos uns den Maibaum geklaut, doch vor vier Jahren, da konnten wir ihn erfolgreich verteidigen“, erzählt Sepp Fehlberger, Chef der Jungbauernschaft Altenerding. Diesmal war der Verein wohl nicht ganz
so aufmerksam.
Bereitsgegen 0.30 Uhr kam es zum ersten Diebstahlsversuch. Doch die Maibaumwache konnte den Zugriff zunächst verhindern. Anschließend kehrte scheinbar wieder Ruhe ein. Traditionsgemäß spendierte die Jungbauernschaft den Finsingern für den missglückten Versuch ein Bier – imGlauben, die Burschen würden danach wieder fahren.
Doch zu früh gefreut. „Dann dachten wir uns, das geben wir uns nicht und haben einen zweiten Versuch gewagt“, berichtet Kreuzer. Gegen drei Uhr früh rückten die Finsinger erneut an. Sie umzingelten die Urweiße-Hütte und sperrten die Wache darin ein. Anschließend wurde der rund 30 Meter lange und besonders schwere Baum mit Hilfe eines Traktors abtransportiert.
Jetzt befindet sich der Baum gut bewacht irgendwo in Finsing. Jungbauern-Chef Fehlberger verspricht: „Noch einmal wird unsdas nicht passieren. In Zukunft passen wir besonders gut auf.“ Die Auslöse-Verhandlungen laufen bereits, zeitnah soll der Rücktransport nach Altenerding vonstattengehen.
Patricia Schneider (Quelle: Münchner Merkur)
