Stangerl unbewacht: Finsinger Burschen schlagen zu

Moosinning/Finsing – Nicht zu nachtschlafender Zeit, sondern schon nach Sonnenaufgang haben die Finsinger Burschen den Moosinninger Maibaum erbeutet.

Maibaumdiebe schlagen immer im Schutz der Dunkelheit zu. Dass das ein weit verbreiteter Irrglaube ist, haben gestern früh die Finsinger Burschen bewiesen. Sie hatten um 5 Uhr ihre Späher ausgeschickt – nach Moosinning und in andere Ortschaften in der Umgebung. Aber es war schon hell bei ihrer Diebestour, wie das Foto beweist, das uns Burschenchef Christian Winterstein geschickt hat. Gegen 6.30 Uhr schlugen sie zu. Ihr Diebesgut: der Moosinninger Maibaum, der erst seit Samstag hinter der Urweiße-Hütt’n auf dem Parkplatz des Daimerwirt liegt. Knapp 20 Burschen aus Finsing hatten dabei ein leichtes Spiel: „Der Baum war unbewacht“, berichtet Winterstein. Die Wachen seien gegen 18.15 Uhr weg gewesen. Markus Scharlach vom Moosinninger Torpedo-Club bestätigt, dass der Baum zu der Zeit unbewacht war. Per Hand schoben die Finsinger den 32 Meter langen Baum vom Parkplatz. Auf der Straße wurde er schließlich an ein Auto angehängt, bevor es nach Finsing ging. Gestern Abend verhandelten Maibaumdiebe und -besitzer bereits über die Auslöse. Die Finsinger Burschen waren nicht zum ersten Mal auf Tour. „Wir waren heuer schon öfter unterwegs“, erzählt Winterstein – bisher jedoch ohne Erfolg. Den Oberneuchinger Maibaum zum Beispiel hatten sie auch im Visier, doch dort waren die Forstinninger Burschen – wie berichtet – schneller. In Finsing ist die Freude groß über das geklaute Prachtstangerl. „Finsing hod den Bam, der in Moosinning feid; desweng is ab heid omd wieder Maibaumstüberl in Finsing“, verkündet der Burschenverein auf seiner Facebook-Seite. Das Burschenstüberl wird in ein Maibaumstüberl umfunktioniert. Am kommenden Wochenende soll das Stangerl wieder nach Moosinning zurückgebracht werden, sagt Winterstein. Torpedo-Club und Trachtenverein Alpenrose sind die Organisatoren des Moosinninger Maibaumaufstellens. Es steigt am Freitag, 1. Mai, ab 9 Uhr in der Ortsmitte.

Veronika Macht – zum Originalartikel